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Thomas

Schneider

400m
 
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Rückblick Bahamas

Rückblick Bahamas

20.06.2015 Thomas Schneider

Das erste große Ziel dieses Jahr war die Staffel-WM auf den Bahamas. Um uns an die klimatischen Bedingungen und vor allem an die Zeitumstellung zu gewöhnen, beschlossen wir zunächst einmal für 4 Wochen ins Trainingslager nach Florida zu fliegen.

Nachdem ich bereits 2005-2006 mein Austauschjahr in den USA verbracht hatte, freute ich mich natürlich umso mehr wieder „zurückzukehren“. Diesmal hatten wir auch kein Hotel, sondern 8-mann Häuser, sodass wir uns auch heimisch fühlen konnten. 

Nach 3 Wochen merkte man allerdings schon das es mit 7 weiteren Individualisten in einem Haus manchmal etwas anstrengend sein kann. Zum Glück waren die Bahamas nicht mehr weit. Das Training verlief bis dahin sehr gut und die ersten Wettkämpfe die ich noch in den USA bestritt waren auch vielversprechend.
 

Auf den Bahamas waren wir dann wie üblich in einem Hotel untergebracht. 

Was allerdings nicht wie üblich war, war das Hotel an sich. „Atlantis“ ist eher als eigenständige Stadt zu betrachten. 10.000 Angestellte,15 Bars, 3 Haupthäuser, 2 Casinos, eigenem Strand, eigener Shopping-Straße, 21 Pools und einem Rutschenpark. 

Jede Menge Möglichkeiten sich abzulenken. Wir hatten aber ein klares Ziel und einen klaren Plan dieses Ziel zu erreichen. Also kein Casino Besuch, kein Abend an der Bar, nicht mal rutschen waren wir. 

Am Samstag Abend war dann unser Vorlauf. 20.000 Menschen im Stadion. Eine Stimmung die ich sonst nur von Olympia oder der WM in Berlin kannte. 

Kamghe (Gaba) saß im Block, Eric (Krüger), Johannes (Trefz) und ich standen direkt daneben im Außenbereich. Startschuss…Fehlstart. Die Zeitmessanlage hat nicht ausgelöst. Das ganze also nochmal. Wieder nichts. Beim 4. Startversuch hat es dann endlich geklappt. Übergabe von Kamghe auf Eric, nach 500m, nachdem die Kurvenvorgabe endlich vorüber war, konnte ich erst sehen wie wir bis dato liegen. Platz 6. OK nicht optimal aber wir packen das schon noch. Platz 2 musste her für den Einzug ins Finale. Eric konnte sich dann noch eine Position verbessern und schickte Johannes an 5 ins Rennen. Auch Johannes konnte sich um eine Position verbessern, sodass ich an 4 den Stab bekam.
Allerdings war unser Wechsel nicht optimal, sodass Polen direkt neben uns war. Schulter an Schulter ging es durch die erste Kurve. Leider hatte ich die Außenbahn, sodass ich ein paar Meter mehr laufen musste. Ich hatte immer noch das Ziel Platz 2 zu erreichen, dafür musste ich aber erst einmal an meinem polnischen Kollegen vorbei. Da dieser anscheinend aber ähnliche Ziele hatte, lieferten wir uns bis zur zweiten Kurve einen erbitterten Kampf. Nach 250m musste ich mir eingestehen das meine Kräfte wohl nicht mehr ausreichten um ganz nach vorne zu laufen. Ich hatte mich zu sehr aufgerieben, sodass die Zielgrade ein reiner Albtraum wurde. Ich hatte das Gefühl das sich das Ziel immer weiter entfernte anstatt das ich ihm näher kam. Am Ende meiner Kräfte wurde ich auch noch auf dem Zielstrich von Saudi-Arabien überholt. 

Kein gutes Rennen und vor allem kein gutes Ergebnis. Vor allem nicht das was wir uns vor genommen haben und worauf wir uns so lange vorbereitet haben. 

Rückblickend betrachtet war es dennoch eine tolle Meisterschaft. Die Menschen vor Ort und die Stimmung im Stadion waren einfach grandios. 

Wir müssen jetzt die richtigen Schlüsse aus dieser Erfahrung ziehen und bei der Team-EM und in Peking bei der WM die nächsten Chancen nutzen um uns für Olympia zu qualifizieren. 

 

Die erste Chance haben wir verpasst. Das ist allerdings auch noch kein Beinbruch. Wir werden wieder kommen. Und zwar stärker und schlauer als zuvor.